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Premierentag auf dem Musikfrachter
12.03.2020

Mit gleich mehreren Premieren feierte der BTHVN2020 Musikfrachter bei strahlendem Sonnenschein seinen ersten Tag in Bonn.

Mit dem ersten mu:v-Atelier "Beethoven-Impro" von Max Eisinger gab einer der vier Programmpartner des BTHVN2020 Musikfrachter, die Jeunesses Musicales Deutschland, ihren Einstand an Bord: Die "Eroica" als Reggae, die "Egmont"-Ouvertüre als Dance Hall-Nummer! "Für Elise" mutiert zum atonalen Dubstep-Groove und "Freude schöner Götterfunken" wird zum Hip-Hop-Battle! Ludwig fuck Beethoven!? Darf er das? Die Grundregel beim Improvisieren lautet: Alles ist erlaubt. Und das nehmen wir wörtlich. Wir nehmen uns Themen von Beethoven vor und drehen sie einmal durch den Fleischwolf. Was am Ende übrig bleibt, verbinden wir mit improvisatorischem Können und kompositorischem Geschick zu einem genreübergreifenden Gesamtwerk fern von Konventionen – wie es Beethoven selbst gerne tat.

Zu Gast an Tag 1 war auch die Caritas Bonn mit dem "Upcycling Workshop – Beethoven Edition" und ungewöhnlichen Perspektiven auf das Leben und Werk Beethovens, dem ausgewiesenen Ziel des BTHVN2020 Musikfrachter. Beethoven kann man hören, man kann ihn aber auch auf alten Materialien kreativ und kunstvoll in Szene setzen. Eine Aktion von "vielfalt.viel wert.", der Kultur-Kampagne der Caritas Bonn. Die Kampagne bietet einen offenen und vielfältigen Zugang für Kunst und Kultur für alle Menschen, unabhängig ihres Alters, ihrer Herkunft und ihres Milieus. "vielfalt.viel wert." steht für verschiedenste Aktionen, die die gesellschaftliche Vielfalt als etwas Positives erfahrbar machen. Miteinander statt Nebeneinander, Klischees und Vorurteile überwinden, Neugier wecken, offen sein fürs "Anderssein", Entdecken von kleinen Unterschieden und großen Gemeinsamkeiten, all das steckt dahinter.

Das Premierenfieber stieg mit der Live-Schalte zur WDR Lokalzeit mit Crew-Mitglied Mika Schuster, der Reporterin Madeleine Weber von der Schiffstaufe und den ersten Momenten an Bord lebendig berichtete.

Abgerundet wurde der Abend durch die Premiere von "Es musste sein – fast eine Liebesgeschichte" - ein Musiktheaterstück über Beethoven von Solveig Palm. Die unsterbliche Geliebte – jede/r hat schon mal von ihr gehört. Inzwischen ist man sich auch ziemlich einig, wer die Unbekannte war, die wohl Beethovens große Liebe gewesen ist. Aber warum hat sie den berühmten Brief nie beantwortet? Warum fand er sich in einem Geheimfach seines Schreibtischs nach seinem Tod? Hat er ihn nie abgeschickt,  hat sie ihn zurückgegeben. Warum? Was hätte sie geantwortet auf die vielen Lebensfragen in diesem Brief? Und darf man das: ein Künstlerleben, so bedeutend wie das von Beethoven, auf die „große Liebe“ reduzieren? Man darf, meint das Netzwerk Ludwig van B., denn hier wie dort geht es um die ganz großen Gefühle – wie in Beethovens Musik. Wie sich beides verbindet, ist zu erleben im neuen Stück von Solveig Palm, das wie immer sehr nah an der historischen Wahrheit bleibt. Die Regie liegt in den Händen des bewährten Hausregisseurs Nikolaus Büchel, der von Mitwirkenden wie vom Publikum für seine musikalische Sensibilität ebenso wie für seine ironische Frische geliebt wird.

(c) Martens-Ferrier, Petermeier
(c) Martens-Ferrier, Petermeier
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(c) Martens-Ferrier, Petermeier
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